areals.de Prognose
Entwicklung des Immobilienmarktes nach der Covid-19 Pandemie

Areals.de wagt einen Blick in die Zukunft. Dabei stützen sich unsere Recherchen auf einige bekannte Szenarien, die sich alle ziemlich gleichen und eine recht genaue Richtung prognostizieren.

Die Branche ist verunsichert und laut einer Umfrage haben 2/3 der Befragten deutlich früher mit einem Negativtrend auf dem Immobilienmarkt gerechnet.

Die Erwartungen für einzelne Bereiche sind jedoch eher durchwachsen.

Gerade im Einzelhandel, bei Teilen der Büroimmobilien und bei Beherbergungsimmobilien sehen die Prognosen laut Branchen-Experten am düstersten aus.

Einen wirtschaftlichen Abwärtstrend oder gar einen Einbruch fürchten sogar einige Immobilienfinanzierer.

Es gibt aber nicht nur schlechte Nachrichten. Die Segmente Wohnimmobilien, Logistik und Pflege werden von einem Großteil als weiterhin sichere Asset-Klassen angesehen.

Einigkeit herrscht bei der Aussage, dass man die Auswirkungen der Pandemie erst ab 2022 richtig beurteilen kann.


Wohnimmobilien
Trotz aller negativen Vorhersagen während des ersten Lockdowns und der wohl damit auch verbundenen Schockstarre verzeichnete der Wohnungsmarkt dank niedrig bleibender Zinsen eine hohe Nachfrage.

Zwangsverwertungen, Mietausfälle oder Notverkäufe blieben zum größten Teil aus und prognostizierte Preiseinbrüche wandelten sich in das Gegenteil um.

Es wurde weiterhin investiert und die Erwartungen bei Wohnimmobilien sind auch jetzt weiterhin positiv.

Die Krise hat den privaten Wohnungsmarkt nicht erreicht, was wohl gerade wegen Homeoffice und Reisebeschränkungen vielfach zu einem anderen Bewusstsein und einer Neubewertung aus einem anderen Blickwinkel bei den Eigentümern geführt hat.

Selbst genutztes Wohneigentum verteuerte sich laut vdp-Index gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit einem Plus von 8,5 % am stärksten.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Wohnungsmärkte in den nächsten Jahren entwickeln. Im Kontext mit der Pandemie stellt sich die Frage, wie nachhaltig die Einkommensausfälle bei den privaten Haushalten und Umsatzeinbrüche bei Unternehmen kompensiert werden können.


Büroimmobilien
Bereits heute sind bei Büroimmobilien langsam steigende Leerstände und ein deutliches Nachfrage-Minus festzustellen. Noch sind die Mietpreise einigermaßen stabil. Das Angebot an Untervermietungen wird weiter steigen.

Der Markt hat eine abwartende Haltung eingenommen und der Aufwärtstrend der letzten Jahre hat wohl seinen Wendepunkt erreicht.

Das flexible Arbeiten im Homeoffice hat eine nie dagewesene Akzeptanz erreicht und wird auch nach der Pandemie einen hohen Stellenwert haben. Es wird sicher von vielen Unternehmen neue Konzepte mit einer Mischung aus Homeoffice und Unternehmensoffice geben, worauf der Markt reagieren wird.

Die Chancen für flexibles Arbeiten in Office Spaces Toplagen werden steigen und eine positive Mietentwicklung nach sich ziehen. Jedoch nur dort, wo auch eine gute Infrastruktur und Verkehrsanbindung vorhanden ist.

Gebäude in “schlechteren Lagen” werden weniger attraktiv werden und unter geänderten Anforderungen auch weniger Nachfrage erzeugen und somit wahrscheinlich mit Preissenkungen reagieren müssen.


Einzelhandelsimmobilien
Während die Lebensmittelbranche zu den größten Gewinnern der Pandemie gehören, wird gerade die Textilbranche mit vielen Insolvenzen als eindeutiger Verlierer am härtesten getroffen. Und das breitet sich auf alle Lagen, egal ob A, B oder Nebenlagen aus. Auch Shoppingcenter werden betroffen sein und nur Stadtteil und Kiezlagen wird mit einem schnellen Aufschwung nach Wiedereröffnung gerechnet, sofern die Inhaber dann noch über ausreichende Geldreserven verfügen.

Auch nach dem Lockdown wird das Thema Homeoffice ein Dauertrend werden und regionale Kaufkraft generieren, wodurch der lokale Einzelhandel weiterhin gestärkt wird.

Über kurz oder lang wird es in vielen Lagen, besonders bei Textilketten- oder Einzelhändlern einen hohen Leerstand geben. Es ist davon auszugehen, das die Branche nicht mehr solche Umsätze erzielt, wie vor Corona. Onlinehandel ist das Stichwort, das viele Menschen in der Pandemie schätzen gelernt haben.

Dadurch drohen Insolvenzen der Immobilieneigentümer und oft bleiben nur Umnutzungen der Flächen.

Verödete Innenstädte sind zu erwarten. Jedoch wird dieser Leerstand nicht lange andauern, da ein Anpassungsprozess stattfinden wird. Das hohe Flächenangebot mit niedrigen Mieten wird einen neuen Interessen- und Mieterkreis anziehen.

Onlinehändler und Hersteller verschiedener Produkte können sich plötzlich auch in Innenstädten präsentieren. Auch Lebensmittelmärkte könnten wieder verstärkt in den Citylagen boomen.


Beherbergungsimmobilien
Bis zu 40 Prozent Mietausfälle beklagen die Bestandshalter von Beherbungsimmobilien bisher. Lockdowns, Reisewarnungen und Reisestornierungen sind der Hauptgrund für die größte Herausforderung der Branche seit langem. Zahlreiche Meldungen über Insolvenzanträge und Betriebsübernahmen bestätigen dies nur.

Die steigende Akzeptanz von digitalen Konferenzen beschert den Hoteliers bei Tages- und Übernachtungsräumen einen weiteren Auslastungsrückstand.

Experten gehen davon aus, das die Asset-Klasse Hotel auch nach der Überwindung der Pandemie massive Probleme haben wird, ein Niveau zu erreichen wie davor.

Hotelmärkte, die von großen Events und Veranstaltungen abhängig sind, werden sich nicht so schnell erholen wie solche mit internationalem Business Tourismus.

Die Beherbergungsbranche wird sich in absehbarer Zeit durch die ungetrübte Reiselust mit Erholungsfaktor langsam wieder stabilisieren.


Logistikimmobilien
Logistikimmobilien werden von Experten einheitlich als Gewinner der Coronakrise bezeichnet.

Zu beobachten ist ein verstärktes Interesse an dieser Asset-Klasse, was zu einer weiteren Rendite-Kompression geführt hat.

Bei Logistikimmobilien erwarten laut einer Umfrage mehrere Experten stabile Preistendenzen mit Steigerungspotential in guten Lagen.

Die Preissteigerungen sind der Flächenknappheit in den Ballungszentren zu verdanken. Verstärkt wird diese Entwicklung durch das rasante Wachstum des E-Commerce, welches einen zusätzlichen Schub durch die Pandemie erhalten hat.
Davon werden auch ältere Bestandsimmobilien in geeigneten Lagen profitieren, weil sich die Nachfrage vergrößern wird.

In der Krise hat sich gezeigt, dass der weltweite Austausch von Waren ins Stocken geraten kann, wofür Grenzschließungen und politische Entscheidungen verantwortlich gemacht werden können.

In Deutschland wird die Nachfrage nach Logistikflächen weiterhin steigen.


Pflegeimmobilien
Der Investmentmarkt für Pflegeimmobilien ist bisher ohne Verluste durch die Pandemie gekommen und konnte sogar noch zulegen.

Der Markt ist mittlerweile geprägt von einem ca. 65 prozentigen Anteil ausländischer Käufer, die in 2020 investiert haben.

Von den Schwierigkeiten bei den Asset-Klassen Einzelhandel, Büro- und Beherbergungsimmobilien profitiert der Markt für Pflegeimmobilien. Dabei treten Risiken wie der Pflegekräftemangel, gesetzliche Reglementierungen und konzeptionelle Schwächen in den Hintergrund.

Das Augenmerk der Investoren liegt viel mehr auf langfristigen Vertragslaufzeiten, erfahrenen Betreibern und soliden Bausubstanzen.

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